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Zinseszinsrechner mit realen Kosten
Berechne, wie dein Kapital durch den Zinseszinseffekt wächst: mit echten Kosten, verschiedenen Anlageformen und simulierten Marktschwankungen. Unser Rechner geht weiter als klassische Tools.
Wie dieses Modell rechnet
Der AFfE-Zinseszinsrechner kombiniert die Aufzinsungsformel mit regelmäßigen Einzahlungen und einem Zufallspfadmodell, um den Raum möglicher zukünftiger Endvermögen abzubilden. Er spiegelt dabei den Anspruch der AFfE-Methode wider: Bewährtes ökonomisches und mathematisches Wissen wird genutzt, um die Wirkung von Sparen, Zinseszins und stilisierten Anlageformen langfristig zu simulieren.
Dieser Rechner legt somit einen klaren Fokus fest, um die komplexe Realität aus einer bestimmten Perspektive modellhaft abzubilden. Wie jedes Modell nutzt dieses Tool eine Lupenfunktion, um bestimmte reale Sachverhalte hervorzuheben und strukturell zu bewerten. Die Grenzen des Modells ergeben sich dabei aus den zugrunde liegenden Annahmen:
- Es handelt sich um stilisierte, breit gestreute Anlagen. Die mit Einzelwerten verbundenen Ausfallrisiken werden im Rahmen des simulierten Diversifikationseffekts berücksichtigt.
- Die verwendeten Renditen und Schwankungen (Volatilitäten) beruhen auf langfristigen historischen Kursverläufen und berücksichtigen ökonomische Erkenntnisse.
- Die geometrische Brownsche Bewegung liegt trotz ihrer begrenzten Abbildung von Extremrisiken langfristiger Börsensimulationen zu Grunde, da sie volatilitätsbedingte Marktschwankungen sowie den kumulativen Wachstumspfad von Anlagen mathematisch konsistent modelliert.
- Zusätzlich geht die Simulation von einer Going-Concern-Annahme aus. Dies bedeutet, dass strukturelle Brüche des Wirtschaftssystems nicht berücksichtigt werden.
- Die Kosten für die Verwaltung der Vermögen werden kontinuierlich durch eine Reduzierung der Renditeerwartungen berücksichtigt.
Reale Kostenlogik
Grund- und Zusatzkosten sind einzeln einstellbar. So siehst du, was nach Gebühren wirklich übrig bleibt, statt nur den schönen Bruttowert.
Wissenschaftliche Simulation
Schwankungsbänder nach dem Modell der Brownschen Bewegung. Simulierte Marktszenarien zeigen die realistische Bandbreite deines Endkapitals, nicht nur einen einzelnen Wert.
Von Experten entwickelt
Gebaut von Professoren der Media University Köln mit Erfahrung aus Deutsche Bank, HSBC und Deutsche Post DHL.
Was ist der Zinseszinseffekt?

Prof. Dr. Hartmut Merl
Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Media University Köln, Dozent und Mitgründer des Bildungsinstituts AFfE.
Wer Geld anlegt, kennt das Prinzip des Zinses beziehungsweise der Rendite: Eine Anlage wirft Erträge ab. Der Zinseszinseffekt geht einen entscheidenden Schritt weiter.
Er beschreibt, dass nicht nur das ursprünglich investierte Kapital Erträge erwirtschaftet, sondern auch die bereits erzielten Erträge wieder angelegt werden und selbst weitere Erträge erzeugen. Vermögen wächst dadurch nicht linear, sondern exponentiell. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker entfaltet sich der Effekt.
Die Logik dahinter ist schnell erklärt. Wer 5.000 Euro zu 8 Prozent pro Jahr anlegt, erhält im ersten Jahr 400 Euro Ertrag. Im zweiten Jahr wird nicht mehr auf die ursprünglichen 5.000 Euro gerechnet, sondern auf 5.400 Euro. Im dritten Jahr auf 5.832 Euro, und so weiter. Mit jeder Periode wächst die Basis, auf die die Rendite berechnet wird. Nach 20 Jahren wären aus den 5.000 Euro rund 23.300 Euro geworden, ohne einen einzigen weiteren Cent einzuzahlen. Der Großteil davon stammt nicht aus dem Startkapital, sondern aus Erträgen, die selbst wieder Erträge erwirtschaftet haben.
In der Realität schwanken Renditen im Zeitverlauf. An der grundsätzlichen Wirkung des Zinseszinseffekts ändert das nichts. Die Annahme einer konstanten Rendite dient nur dazu, den Mechanismus leichter zu berechnen und anschaulicher zu zeigen.
Was viele übersehen: Kosten wirken nach genau demselben Prinzip, nur in die andere Richtung. Verwaltungsgebühren, Depotkosten oder Beratungshonorare senken nicht einmalig die Rendite, sondern mindern Jahr für Jahr die Basis, auf der der Zinseszinseffekt arbeitet. Schon ein Prozent Mehrkosten pro Jahr kann das Endkapital nach 30 Jahren um bis zu 25 Prozent verringern. Ein guter Zinsrechner macht diesen Zusammenhang sichtbar.
Damit liefert der Zinseszinseffekt auch eine praktische Benchmark, um Finanzdienstleistungen zu beurteilen. Eine dauerhafte Kostenbelastung rechtfertigt sich nur, wenn die bezahlte Leistung langfristig eine entsprechende Mehrrendite bei gleichem Risiko bringt. Verlangt ein aktiver Fonds mit Schwerpunkt europäische Aktien etwa 1 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr, sollte das Management langfristig mindestens rund 1,1 Prozent Überrendite gegenüber dem Markt erzielen, bei vergleichbarem Risiko. Erst dann ist die Gebühr kompensiert.
Genau das ist der Anspruch unseres Zinseszinsrechners. Er zeigt nicht nur, wie sich Startkapital und Sparrate über die Zeit entwickeln, sondern macht auch den Einfluss von Grund- und Zusatzkosten auf die effektive Nettorendite transparent. So entsteht ein realistisches Bild: kein theoretischer Maximalwert, sondern eine fundierte Grundlage für eigene Entscheidungen.
Mit dem Rechner kannst du Szenarien direkt vergleichen: Anlageformen, Laufzeiten, Kostenstrukturen. Probier oben aus, wie stark der Unterschied zwischen 0,1 und 0,5 Prozent Grundkosten über 20 oder 40 Jahre wirklich ist.
Der Zinseszinseffekt im Video
In Kürze erklären wir den Zinseszinseffekt hier in wenigen Minuten, verständlich und ohne Fachchinesisch.
Video folgt in Kürze
Häufige Fragen zum Zinseszins
Kurz beantwortet, was rund um Zinseszinseffekt und Rechner am häufigsten gefragt wird.
- Wie berechne ich den Zinseszins?
- Zinseszins entsteht, wenn erzielte Erträge nicht entnommen, sondern reinvestiert werden und dadurch selbst wieder Erträge erwirtschaften. Unser Zinseszinsrechner übernimmt das automatisch. Du gibst Startkapital, monatliche Sparrate, Zinssatz und Anlagedauer ein und siehst sofort, wie sich dein Kapital Jahr für Jahr entwickelt.
- Was ist der Unterschied zwischen Zinsrechner und Zinseszinsrechner?
- Ein einfacher Zinsrechner berechnet Zinsen nur auf das ursprünglich eingesetzte Kapital. Ein Zinseszinsrechner geht weiter und berücksichtigt, dass auch bereits erzielte Erträge wieder verzinst werden. Das Ergebnis ist exponentielles statt lineares Wachstum, über lange Zeiträume ein erheblicher Unterschied im Endkapital.
- Woher kommen die 7,9 Prozent, mit denen ihr rechnet?
- Das ist die Voreinstellung unseres Rechners, keine Prognose: 8 Prozent Bruttorendite pro Jahr für eine breit gestreute Anlage in Aktien, abzüglich 0,1 Prozent Grundkosten für ein günstiges Depot. Übrig bleiben 7,9 Prozent nach Kosten. Die 8 Prozent liegen am oberen Rand dessen, was breit gestreute Aktien-ETFs historisch langfristig erzielt haben. Wer zusätzlich eine Vermögensverwaltung bezahlt, landet deutlich darunter, und genau das kannst du im Rechner selbst einstellen. Märkte schwanken, künftige Erträge sagt dir niemand zu.
- Welchen Zinssatz sollte ich für ETFs ansetzen?
- Historisch haben breit gestreute Aktien-ETFs langfristig rund 7 bis 8 Prozent Bruttorendite pro Jahr erzielt. Nach Abzug von Depot- und Verwaltungskosten sind realistisch 5 bis 7,5 Prozent Nettorendite. Wichtig: Das ist kein Versprechen, sondern ein statistischer Erwartungswert auf Basis historischer Daten. Im Rechner kannst du verschiedene Zinssätze direkt vergleichen.
- Wie stark wirken sich Kosten auf den Zinseszinseffekt aus?
- Stärker, als viele denken. Kosten wirken nach demselben Prinzip wie der Zinseszinseffekt, nur in die entgegengesetzte Richtung. Jeder Prozentpunkt Mehrkosten senkt nicht nur die jährliche Rendite, sondern auch die Basis, auf der der Effekt in den Folgejahren rechnet. Schon 1 Prozent pro Jahr kann das Endkapital nach 30 Jahren um bis zu 25 Prozent verringern. Der Rechner macht das über die Kostenlogik direkt sichtbar.
- Ab wann lohnt sich Investieren mit dem Zinseszinseffekt?
- So früh wie möglich, das ist die wissenschaftlich fundierte Antwort. Der Zinseszinseffekt braucht vor allem Zeit. Wer mit 25 statt mit 35 beginnt, hat nicht nur zehn Jahre mehr Einzahlungen, sondern lässt den Effekt eine ganze Dekade länger arbeiten. Selbst kleine monatliche Beträge können über 30 oder 40 Jahre zu einem substanziellen Vermögen wachsen.
- Was bedeuten die Schwankungsbänder im Rechner?
- Die drei Bänder rechts neben dem letzten Balken beruhen auf simulierten Marktszenarien, einer Brownschen Bewegung. Sie zeigen, in welcher Bandbreite dein Endkapital realistischerweise liegen könnte. Das innere Band (40er Bereich) umfasst die mittleren 40 Prozent der Szenarien, das äußere (80er Bereich) die mittleren 80 Prozent. Sie fließen nicht in die Hauptberechnung ein, sondern machen sichtbar, dass Märkte schwanken, auch wenn die langfristige Richtung stimmt.
- Ist der Zinseszinsrechner kostenlos?
- Ja, vollständig. Der Zinseszinsrechner des Bildungsinstituts AFfE ist ohne Anmeldung, ohne Registrierung und ohne versteckte Kosten nutzbar. Er ist Teil unseres Anspruchs, wissenschaftlich fundierte Finanzbildung für alle zugänglich zu machen.
Begriffe kurz erklärt
Die Fachwörter aus dem Rechner, in Alltagssprache. Klick auf einen Begriff, um die Erklärung zu lesen.
Aktienanlagen
Aktienanlagen sind Beteiligungen an Unternehmen. Aktionärinnen und Aktionäre profitieren potenziell von Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen. Gleichzeitig unterliegen Aktienkurse stärkeren Schwankungen als viele andere Anlageformen.
Bruttorendite
Die Bruttorendite beschreibt die Rendite einer Anlage vor dem Abzug von Kosten, Gebühren oder anderen Belastungen. Sie zeigt die reine Wertentwicklung der Anlage.
Erwartete Rendite
Die erwartete Rendite ist die Rendite, die unter bestimmten Annahmen für die Zukunft erwartet wird. Sie stellt keine Garantie dar, sondern beschreibt einen statistischen Erwartungswert auf Grundlage historischer Daten, wissenschaftlicher Modelle oder Marktannahmen.
Festgeldanlagen
Bei einer Festgeldanlage wird Kapital für einen vorher festgelegten Zeitraum zu einem festen Zinssatz angelegt. Während dieser Laufzeit ist das Geld in der Regel nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Festgeldanlagen zählen zu den vergleichsweise risikoarmen Anlageformen.
Grundkosten
Grundkosten umfassen die regelmäßig anfallenden Kosten für die Nutzung von Finanzdienstleistungen. Dazu gehören beispielsweise Depotgebühren, Kontoführungsgebühren oder Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren.
Nettorendite
Die Nettorendite beschreibt die tatsächlich verbleibende Rendite nach Abzug von Kosten, Gebühren und gegebenenfalls weiteren Belastungen. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die Nettorendite meist aussagekräftiger als die Bruttorendite, da sie die reale Entwicklung des investierten Vermögens besser widerspiegelt.
Rendite
Die Rendite beschreibt den Ertrag einer Kapitalanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Sie berücksichtigt Wertsteigerungen, Zinsen, Dividenden oder andere Erträge und wird üblicherweise in Prozent pro Jahr angegeben.
Rentenanlagen
Rentenanlagen sind festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen. Anleger stellen dabei einem Staat oder Unternehmen Kapital zur Verfügung und erhalten im Gegenzug regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Kapitals zu einem festgelegten Zeitpunkt.
Sparquote
Die Sparquote beschreibt den Anteil des verfügbaren Einkommens, der regelmäßig gespart oder investiert wird. Eine höhere Sparquote ermöglicht bei gleichen Rahmenbedingungen einen schnelleren Vermögensaufbau.
Startkapital
Das Startkapital ist der Betrag, der zu Beginn des Anlagezeitraums bereits investiert wird. Es bildet die Ausgangsbasis für den Vermögensaufbau und profitiert vom Zinseszinseffekt über die gesamte Anlagedauer.
Volatilität
Die Volatilität misst die Schwankungsbreite von Renditen. Sie dient in der Finanzwissenschaft als Maß für Unsicherheit beziehungsweise Risiko einer Anlage. Eine hohe Volatilität bedeutet, dass die Wertentwicklung stärker schwanken kann als bei einer Anlage mit niedriger Volatilität.
Zins
Ein Zins ist die Vergütung für die zeitweise Überlassung von Kapital. Er wird meist als Prozentsatz des angelegten oder geliehenen Betrags pro Jahr angegeben.
Zinseszinseffekt
Der Zinseszinseffekt beschreibt, dass nicht nur das ursprünglich investierte Kapital Erträge erwirtschaftet, sondern auch die bereits erzielten Erträge selbst wieder Erträge generieren. Dadurch wächst Vermögen nicht linear, sondern exponentiell. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wirkt dieser Effekt.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Bezeichnung „Zinseszinseffekt“ allerdings nur für klassische Zinsanlagen vollständig präzise. Da Vermögensaufbau heute häufig über Aktien, Fonds oder andere Anlageformen erfolgt, wäre der Begriff „Rendite-Rendite-Effekt“ eigentlich treffender. Gemeint ist stets derselbe Mechanismus: Bereits erzielte Erträge werden erneut angelegt und erwirtschaften wiederum neue Erträge.
Zusatzkosten
Zusatzkosten sind weitere Ausgaben, die über die grundlegende Verwaltung einer Geldanlage hinausgehen können. Dazu zählen beispielsweise Kosten für Finanzberatung, Vermögensverwaltung, kostenpflichtige Informationsdienste oder bestimmte Finanzprodukte.
40er Bereich (Interquantilsrange)
Der 40er Bereich beschreibt im Rechner den Bereich zwischen dem 30. und dem 70. Perzentil aller simulierten Ergebnisse. In der Statistik wird dieser Bereich als Interquantilsrange bezeichnet. Er enthält die mittleren 40 Prozent der Ergebnisse und gibt einen Eindruck davon, in welchem Bereich sich typische Entwicklungen bewegen können. Extreme Ausreißer nach oben oder unten werden dabei bewusst ausgeblendet.
Perzentile teilen alle Simulationsergebnisse in 100 gleich große Gruppen ein. Die dargestellten Bereiche zeigen, wo ein bestimmter Anteil der simulierten Ergebnisse liegt, und helfen dabei, typische von eher ungewöhnlichen Entwicklungen zu unterscheiden.
60er Bereich (Interquantilsrange)
Der 60er Bereich beschreibt den Bereich zwischen dem 20. und dem 80. Perzentil aller simulierten Ergebnisse. Er umfasst die mittleren 60 Prozent der Ergebnisse und zeigt einen breiteren Ausschnitt möglicher Entwicklungen als der 40er Bereich. Dadurch werden mehr Szenarien berücksichtigt, während besonders extreme Ergebnisse weiterhin ausgeklammert bleiben.
80er Bereich (Interquantilsrange)
Der 80er Bereich beschreibt den Bereich zwischen dem 10. und dem 90. Perzentil aller simulierten Ergebnisse. Er umfasst die mittleren 80 Prozent der Ergebnisse und bildet einen Großteil der möglichen Entwicklungen ab. Nur die jeweils extremsten 10 Prozent der Ergebnisse auf der positiven und negativen Seite liegen außerhalb dieses Bereichs. Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild der Unsicherheit und Bandbreite möglicher zukünftiger Entwicklungen.
Verstehen, statt nur rechnen
Der Rechner zeigt das Was. In unseren Kursen lernst du das Warum: wie Märkte, Kosten und Zeit zusammenspielen, wissenschaftlich fundiert und verständlich erklärt.